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Empfehlungen für Anwenderunternehmen

Auf dem Weg zu S/4HANA

DSAG-Vorstand Gerhard Göttert; Quelle: DSAG

Die neue Business Suite, S/4HANA, gilt als ein Topthema auf dem diesjährigen DSAG-Kongress. Nach wie vor sind Investitionen in klassische Produkte, wie die Business Suite, für über die Hälfte der DSAG-Mitglieder im deutschsprachigen Raum als wichtig gesetzt. Immerhin 16 Prozent der Befragten planen, in S/4HANA zu investieren. Seitens SAP und deren Partner wird allerdings der Umstieg auf die kommende Version stark vorangetrieben. Dazu geben Experten Tipps für die Anwenderunternehmen.

Verschiedene Sichten

Jens Puhle; Quelle: Panaya

„SAP besetzt mit S/4HANA den digitalen Kern der IT-Landschaften in den Unternehmen und trägt damit auch eine Verantwortung, die Unternehmen im Rahmen der digitalen Transformationen über die SAP-Produktwelt hinaus zu unterstützen“ ,so der DSAG-Vorstand Gerhard Göttert. „Daher fordert die DSAG, dass SAP Instrumente und Services anbietet, um herstellerunabhängige Systemlandschaften hinsichtlich der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie zu analysieren und diese einfach und wirtschaftlich betreiben zu können.“ Doch daraus ergeben sich verschiedene Migrationswege.

Auch für Jens Puhle, Vice President DACH & Eastern Europe bei Panaya, ist eines klar: „Obwohl jedes SAP-System zu Beginn gleich aussieht, sind doch alle SAP-Systeme verschieden. Ein jedes Unternehmen hat andere Sichtweisen, Ziele und Ausrichtungen. Deshalb ist der Weg zu S/4HANA für jedes Unternehmen anders und es gibt keine Schablone oder einheitliche Herangehensweise.“ Für den Panaya-Manager lautet daher die Empfehlung, jede Umgebung sowohl technisch, als auch vom Business-Aspekt her zu überprüfen und so den richtigen Weg für das jeweilige Unternehmen zu ermitteln. Dabei gelte es, sich alle möglichen Wege anzuschauen und eine bewusste Entscheidung zu treffen, statt auf ein Bauchgefühl zu vertrauen, oder sich auf andere Systeme als Beispiel zu berufen.

„Der gebräuchlichste Upgrade-Weg, der für die meisten Unternehmen eine echte Business Justification beinhaltet, ist es, das System auf das neueste auf dem ECC zu bringen, einschließlich des Upgrades auf die HANA Datenbank und einige FIORI-Anwendungen“, bringt es Puhle auf den Punkt. Für einige ermögliche der Schritt auf S/4HANA Finance (Add-On auf ECC) einen „Vorgeschmack“ auf das Change Management und die Finance-Vereinfachung, zu denen es in einigen Ländern regulatorische Anforderungen gibt. „In Bezug auf S/4HANA ist der gebräuchlichste Ansatz, ein nebengelagertes Neuimplementierungs-Projekt zu starten, um alles für einen Wechsel zu S/4HANA zu erfahren, anzupassen, abzugleichen und vorzubereiten.“, so Puhle weiter. Allerdings gebe es zu jeder Regel auch eine Ausnahme und die DACH-Region gehöre dazu. „Wenn man in der DACH-Region ansässig ist, hat man den Vorteil, dass SAP S/4HANA massiv bewirbt und Kunden großzügig beim Wechsel zu S/4HANA unterstützt“, stellt Puhle fest. „Diese finanzielle und praktische Unterstützung ist ein gewichtiges Entscheidungskriterium.“

Sinnvolle Vorbereitung

Uwe Radtke, Vice President and Industry Head Manufacturing & Consumer Goods bei der Camelot ITLab; Quelle: Camelot ITLab

Das hohe Lied auf eine sinnvolle Vorbereitung stimmt Tanja Thurmann, Solution & Product Management bei der Uniserv GmbH, an: „Ein sinnvolles Vorprojekt für die Transformation zu S/4HANA Business Partnern, die sogenannte CVI Customer Vendor Integration, bildet die Datenbereinigung und -konsolidierung von Geschäftspartnern (Debitoren und Kreditoren).“ Als betriebswirtschaftliches Vermögen und Grundlage jeder Geschäftsstrategie sollten nach ihrer Ansicht Daten und ihre Qualität entsprechend behandelt und durch organisatorische Strukturen unterstützt werden: „Hierbei spielt die Adressbereinigung, die Erkennung und Bearbeitung von Dubletten, sowie die Archivierung veralteter Geschäftspartnerdaten eine entscheidende Rolle.“

Auch Thomas Latajka sieht in der akribischen Vorbereitung eines Umstiegsprojekts den Schlüssel zum Erfolg. Der Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung bei der realtime AG, empfiehlt, am Anfang eines jeden S/4HANA-Projektes eine klare Roadmap zu definieren. „Damit sind alle Schritte und Entwicklungsstände auf dem Weg jederzeit transparent. Mithilfe eines vereinfachten SAP-Projektmanagements, wie wir es einsetzen, können Anwender und Experten die relevanten End-to-End-Prozesse vor der Realisierungsphase direkt im SAP S/4HANA System prüfen.“ Durch das volle Ausschöpfen des Standardisierungspotenzials lässt sich nach seiner Einschätzung der erste Produktivstart bereits frühzeitig nach Realisierung der Kernprozesse angehen. Weitere Prozesse können dann später nachgezogen werden. „Da die Kluft zwischen dem heutigen ECC und S/4HANA mit voranschreitender Entwicklung immer größer wird“, so Latajka weiter „sollten Anwender ihren Umstieg möglichst frühzeitig planen.“

Für ein tiefgreifendes Verständnis der „Tragweite eines Migrationsprojekts bricht Uwe Radtke eine Lanze. Der Vice President and Industry Head Manufacturing & Consumer Goods bei der Camelot ITLab GmbH gibt zu Bedenken: „Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass sie mit SAP S/4HANA nicht nur über ein Upgrade Ihrer bestehenden Systemlandschaft beziehungsweise des eigenen Unternehmens und den Erfolg ihres Geschäftsmodells legen.“ Deshalb unterstütze  Camelot ITLab  seine Kunden dabei, wie sie mit S/4HANA in Zukunft ihr Geschäft anders und besser gestalten können, um so die Voraussetzungen für neue Businessszenarien und weitere Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Rainer Huttenloher

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