IT-Lösungen für Fachabteilungen im Unternehmen

Donnerstag, 18. Mai 2017

ITK-Branche zweitgrößter industrieller Arbeitgeber

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom e.V. Quelle: Bitkom

Knapp eine Millionen Menschen beschäftigt die ITK-Branche Bitkom-Informationen zufolge in Deutschland – der Jahresumsatz lag 2016 bei 160,5 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass in Zeiten der „vierten industriellen Revolution“ IT- und Telekommunikationsunternehmen zum zweitgrößten industriellen Arbeitgeber – knapp hinter dem Maschinenbau – avanciert sind.

Zusammen liefern die Unternehmen jene Produkte und Dienstleistungen, die für die Digitalisierung der Wirtschaft in Zeiten des Wettbewerbs 4.0 unumgänglich sind – darunter Anwendungen für Cloud Computing, IT-Sicherheit oder Big Data. Auch das Manufacturing wird zunehmend digitaler – ein Muss, wenn Deutschland seine globale Spitzenposition aufrechterhalten will. Das Prädikat „Made in Germany“ genießt international schließlich nach wie vor hohe Anerkennung. Auch – oder gerade weil – zum Beispiel die starke Automobilbranche zu den Vorreitern auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz gilt.  Vom Autonomen Fahren über modernstes Verkehrsmanagement mithilfe smarter Sensorik bis hin zu kollaborativen Robotern, die in der Industrie eintönige oder gefährliche Aufgaben übernehmen – künstliche neuronale Netze revolutionieren unsere Industrie und stärken die Wettbewerbsfähigkeit.

Große Datenmengen wollen dabei in Echtzeit verarbeitet werden – die Geschwindigkeit wird wettbewerbsentscheidend. Dass dabei durchaus noch Luft nach oben ist, zeigen aktuelle Studien, die Deutschland in punkto Digitalisierungsgrad international nur einen Platz im Mittelfeld bescheinigen. In diesem Zusammenhang untersuchte Kantar TNS zusammen mit dem ZEW Mannheim im Ende 2016 erschienenen Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL den Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft (Wirtschaftsindex DIGITAL) in Deutschland. Dabei lag der Digitalisierungsgrad bei 55 von 100 möglichen Punkten hinter den USA, Südkorea, Großbritannien, Finnland und Japan – bis 2021 wird er vermutlich 58 Indexpunkte erreichen.

Doch wo befinden sie die Stellschrauben? 43 Prozent der Unternehmen erwirtschaften mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes digital – das Thema zu ignorieren traut sich auch im Mittelstand heute kaum noch jemand. IT-Infrastrukturen werden umgekrempelt und Hierarchien neu definiert. Immer lauter wird dabei auch der Ruf nach Technologieoffenheit und Kollaboration – nicht selten wird im Kampf um Innovation sogar der Wettbewerb ins Boot geholt. Stolpersteine, wie eine mangelnde digitale Aus- und Weiterbildung der Belegschaft oder Sicherheitsrisiken durch wenig erprobte Technologielösungen, wollen Experten vor allem durch Aufklärung und Information beheben. Schließlich lässt sich nur so langfristig ein Kulturwandel im Unternehmen erreichen, der digitale Wissenslücken schließt und die Belegschaft für eine neue industrielle Ära motiviert und begeistert.

Wiebke Uhlenbroock