IT-Lösungen für Fachabteilungen im Unternehmen

Mobile BI-Interview: Mathias Golombek, EXASOL AG

Die Zukunft für „as a Service“-Modelle im BI-Bereich

Mathias Golombek, Chief Technology Officer der EXASOL AG zu Mobile BI und "as a Service"-Modelle. Quelle. Exasol

Die Zukunft für „as a Service“-Modelle im BI-Bereich sieht rosig aus. Sie eignen sich speziell für Unternehmen mit beschränkten Budgets wie beispielsweise kleine und mittelständische Firmen sowie für Start-ups. Im Interview mit Line-of.biz (LoB) umreißt Mathias Golombek, Chief Technology Officer der EXASOL AG, die Potenziale. Zudem erwartet er Zuwächse für mobile BI-Lösungen. Sie bringen die größten Vorteile in Unternehmensbereichen, die eine hohe Mobilität der Mitarbeiter verlangen.

Vorteil „as a Service“

LoB: Welche Zukunft sehen Sie für as a Service-Modelle im BI-Bereich?
Golombek: Wir sehen für BI as a Service großes Potenzial, speziell für Unternehmen mit sehr beschränkten Budgets wie beispielsweise kleine und mittelständische Firmen sowie für Start-ups. Denn mit flexibel skalierbaren Software-as-a-Service (SaaS)-Lösungen lassen sich gleichermaßen kostengünstig wie erfolgreich Big Data-Projekte umsetzen. Sie können ohne großen Aufwand und ohne eine umfangreiche Implementierung neuer IT-Infrastrukturen von den Datenanalysen profitieren.

LoB: Ist das ein „Proforma-Muss“ oder wird das wirklich eingesetzt?
Golombek: BI as a Service wird unserer Erfahrung nach sehr gerne eingesetzt, vor allem bei datengetriebenen Start-up Unternehmen. Hier können wir eine Reihe an Beispielen aus unserem eigenen Kundenkreis nennen, wie Wunderdata, sensalytics oder dailyme TV.

LoB: Wie bekommt man die Integration mit den Kernapplikationen eines Unternehmens hin?
Golombek: Die Integration mit den Kernapplikationen eines Unternehmens, wie zum Beispiel ERP, funktioniert mit einer In-Memory Datenbank reibungslos. Hier können wir auf eigene Erfahrungsschätze zugreifen. Unsere In Memory Hochleistungsdatenbank wurde speziell für Enterprise-Data-Warehouse-Anwendungen und Business-Intelligence-Lösungen entwickelt. Sie eignet sich optimal für den Einsatz als ausgereifte, leitungsstarke und preisgünstige Ergänzung zu bestehenden Core-Data-Warehouses, wie z.B. dem SAP Business-Information-Warehouse (SAP BW). Daten aus bestehenden ERP-Systemen lassen sich unkompliziert und schnell in unsere In-Memory Datenbank übertragen und dort analysieren.

Mobile Analytics

LoB: Welche Rolle spielt die Bereitstellung der Ergebnisse auf mobilen Plattformen?
Golombek: Die Bereitstellung der Analyseergebnisse auf mobilen Plattformen gewinnt an Bedeutung. Denn die Anwender von BI-Lösungen verbringen nicht zwangsweise ihren gesamten Arbeitstag am Desktop-PC im Büro. Vielmehr sind sie häufig darauf angewiesen, auch unterwegs über das Smartphone oder den Tablet-PC auf Informationen zurückzugreifen, diese zu sichten und dann auch von unterwegs aus fundierte Grundlagen für schnelle Entscheidungen zu haben.

LoB: Für welche Unternehmensbereiche bringen „mobile BI-Lösungen“ die größten Vorteile?
Golombek: Sie bringen die größten Vorteile in Unternehmensbereichen, die eine hohe Mobilität der Mitarbeiter verlangen. Dies betrifft beispielsweise den Außendienst oder Vertrieb, dessen Mitarbeiter viel unterwegs sind und schnell fundierte Entscheidungen treffen müssen, egal wo sie sich gerade befinden. Auch für das Management, das häufig auf Geschäftsreise ist oder für Berater, die regelmäßig Kundentermine wahrnehmen, bieten sich mobile BI-Lösungen an.

Plattformfrage

LoB: Welche Plattformen sehen Sie da als notwendig an – und warum?
Golombek: Der wichtigste Baustein im Bereich Mobile Analytics ist die Wahl des besten BI-Tools. Nur wenn diese Plattform die Berichte auch ansprechend anzeigen kann und leicht zu bedienen ist, werden solche Berichte unterwegs auch genutzt. Sobald die zu analysierenden Datenmengen groß werden, bekommt auch das Backend, also die dahinter liegende Datenbank zunehmende Bedeutung. Dauern Berichte mehr als wenige Sekunden, dann sinkt in der heutigen Zeit die User-Akzeptanz dramatisch. Hier spielen In-Memory Datenbanken eine entscheidende Rolle, denn mit dessen Hilfe können die BI-Tools wie z.B. Tableau oder MicroStrategy Ihr Können erst richtig unter Beweis stellen.

Rainer Huttenloher